Kurze Geschichte der Kirchengemeinde Tischardt

Im Mittelalter gehörte Tischardt zusammen mit Frickenhausen zur Pfarrei Nürtingen. Als im 15. Jahrhundert immer mehr Dörfer eine eigene Pfarrei haben wollten, wurde dieses Recht 1467 auch Frickenhausen zugesprochen. Tischardt galt als Filialgemeinde von Frickenhausen. Daran änderte sich auch jahrhundertelang nichts.
Wohl im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts bauten die Tischardter ihre Kirche. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie jedoch erst 1551. Der Frickenhäuser Pfarrer war auch für Tischardt zuständig. Meist kam aber dessen Pfarrhelfer in unser kleines Dorf (man nannte diesen Hilfsgeistlichen Kaplan oder Frühmesser).
Nachdem Herzog Ulrich von Württemberg 1534 die Reformation eingeführt hatte, ging der damalige Frickenhäuser Pfarrer Johannes Mayer zwei Jahre später in den Ruhestand. Der erste evangelische Pfarrer von Frickenhausen scheint von 1536 an Remigius Hutzel gewesen zu sein, 1548 gefolgt von dem verhältnismäßig bedeutenden evangelischen Theologen Johannes Schradin.
Das Tischardter Kirchenvermögen war immer schon erbärmlich. Die Tischardter waren in der Mehrheit arme Leute. So wurde zum Beispiel im Jahr 1536 der Grafenberger Pfarrer verpflichtet, die Tischardter Kirchengemeinde wegen deren Armut mit 10 Pfund zu unterstützen.
Auch das Tischardter Kirchle litt unter den chronisch fehlenden Finanzen. 1715 war sein Zustand absolut desolat. 1802 übernahmen die Tischardter die alte Orgel der Burgkapelle Hohenneuffen, die zwar schlecht, aber dadurch als Ausmusterungskandidat eben bezahlbar war.
1832 versuchten die Tischardter, den Frickenhäuser Pfarrer, den sie nur an wenigen Feiertagen im Jahr sahen, regelmäßig auf ihre Kanzel zu bekommen. Zwar predigte an normalen Sonntagen der Frickenhäuser Vikar, aber damit waren die Tischardter anscheinend nicht zufrieden. Auch dass die Tischardter Traupaare nur in der Frickenhäuser Kirche anstatt in der eigenen getraut wurden, sollte endlich der Vergangenheit angehören. Wenigstens hatten die Tischardter in dieser Zeit erreicht, dass sie einen eigenen Friedhof bekamen und ihre Beerdigungen am Ort begehen konnten.
1953 wurde das Tischardter Kirchle noch einmal renoviert. Im Jahr 1981 wurde es aber abgetragen und später im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck wieder aufgebaut, nachdem die Kirche einer Wegverbreiterung im Weg stand und die Kirchengemeinde sich modernere Räume wünschte. Die heutige Christuskirche, die an der Stelle der alten Kelter steht, wurde 1980 eingeweiht.
Auch heute noch bildet die Tischardter Kirchengemeinde mit Frickenhausen eine Gesamtkirchengemeinde. Seit 1971 wurden die Tischardter von einem eigenen Geistlichen betreut. Seit 2002 hat Tischardt eine eigene feste Pfarrstelle mit 50 %.



DienstzeitGeistlicher
1971-1981Richard Riedel, Diakon
1981-1983Siegfried Lang, Diakon
1984-1986Winfried Sturm, Vikar
1986-1992Thomas Knöppler, Pfr.z.Anstellung
1992-1994Thomas Maier, PZA
1994-2000Georg Braunmüller, PZA
2001-2010Andreas Roß, Pfarrer
2011- heuteSusanne Stephan, Pfarrerin

Internetportal der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Internetauftritt des Evangelischen Kirchenbezirks Nürtingen

Kalenderblatt


Service


Landeskirche