Gott loben - Die Wandmalerei in der Christuskirche

Psalm 148 im Foyer der Christuskirche

Psalm 148 im Foyer der Christuskirche


Der Psalm im Eingangsbereich und das Wandbild im Kirchenraum wurde von dem Filderkünstler Walter Schimpf gemalt. Der Kirchengemeinderat hatte ihm das Thema „Lob Gottes“ vorgegeben, was der Maler dann mit einem Lobpsalm aus dem „Gebetbuch der Bibel“, den Psalmen, umsetzte. Am 29. August 1989 wurde das Wandbild der Gemeinde übergeben. "Gottes Lob im Himmel und auf Erden" ist die Überschrift über dem 148. Psalm, auf den der Blick des Besuchers in der Eingangshalle gleich beim Betreten der Kirche fällt. Das Schriftfeld ist in leichten Farbabstufungen eingespannt zwischen Boden und Betonträger über der Eingangstüre zum Gottesdienstraum.
 


Psalm 148: Lobt Gott im Himmel!

Das Wandbild in der Christuskirche

Das Wandbild in der Christuskirche


Im Gottesdienstraum selbst findet sich der Inhalt des 148. Psalms an der Frontwand hinter und neben der Kanzel. Die Überschrift ist über dem Altar in Bildsprache umgesetzt: Leuchtende Sterne und ein blühender Zweig eines später fruchttragenden Baumes.
Auf der Kanzelrückwand ist der Hauptteil des Wandbildes zu sehen. Durch ein Spiel von Senkrechten, Waagerechten und Schrägen wurde die Malerei eingebunden in die gegebenen Architekturformen, Flächen und Linien.
Im Senkrechtfries über der Kanzel sind die ersten Zeilen des Psalms dargestellt: "Lobt im Himmel den Herrn". Über allem das Auge Gottes, dann das Reich der Engel, alle leuchtenden Sterne, Sonne und Mond.
 
Überleitend zum Erdenrund sind drei Symbole gemalt. Zuerst der Regenbogen, den Gott nach der Sintflut als ein Zeichen seiner Treue zu den Menschen in den Himmel gesetzt hat. Das zweite Symbol ist die Taube, die sowohl ein Friedenszeichen aus der Geschichte der Arche Noah ist als auch das Zeichen für den Heiligen Geist. Das dritte Symbol – für den Betrachter nur zu sehen, wenn er zur Seite tritt - ist ein mittelalterliches Bild für die göttliche Unendlichkeit: zwei ineinander verschlungene Kreise, ohne Anfang und ohne Ende. Diese Einzelszenen sind in vorgezeichnete Bahnen gemalt, sinnbildlich für die göttliche Ordnung: "Die dürfen sie nicht überschreiten."
 
Das Erdenrund selbst stellt den zweiten Teil des Psalms dar. "Lobet den Herrn auf Erden.“ Da sind Fische, Vögel, Vieh und viele anderen Tiere zu sehen. Auch die Naturgewalten, die Berge und alle fruchttragenden Bäume sind zum Lob Gottes aufgerufen. Die Könige auf Erden reichen sich die Hände. Der Aufruf, Gott zu loben, erinnert sie mit den „Fürsten und Richtern“ daran, dass sie nicht das Maß aller Dinge sind, sondern im Auftrag Gottes und in der Verantwortung vor ihm ihre Aufgabe ausüben.


Ein Tintenfisch im Albvorland?

Tintenfisch im Wandbild

Tintenfisch im Wandbild


„Lobt den Herrn, alle Völker,“ ruft der Psalm weiter auf. Die Völker singen, spielen und tanzen. Die Alten mit den Jungen laden zusammen einen Garbenwagen. Nach diesem gemeinsamen Tun ist das Lob Gottes und somit auch das Fest umso reicher und größer. Ähren und Trauben gehören dazu, sie sind Zeichen der Gemeinschaft. Der Weinstock erinnert noch ganz leise daran, dass auf diesem Grund, wo heute die Christuskirche von Tischardt steht, früher die alte Kelter stand.
 
Und wenn man genau hinschaut, findet man am unteren Rand des Bildes einen Tintenfisch. Auch der soll Gott loben. Wo außer in der Tischardter Christuskirche findet man dieses Geschöpf beim Lob Gottes sonst noch?



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